Das Prinzessinnenfest

Das Verschwinden der Prinzessin Edyva[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es war vor etwa 300 Jahren, am Hofe der ul'dhischen Sultansfamilie Thorne. Prinzessin Edyva fühlte sich von dem steifen, strikt reglementierten Leben am Hof eingeengt und fasste eines Tages einen kühnen Plan: Sie tauschte mit einem gleichaltrigen einfachen Mädchen aus der Stadt Kleider und Prinzessinnenkrone, stahl sich an den Vasallen und Dienern des Hofes vorbei und tauchte unter. Als das Verschwinden der Prinzessin aufkam, war die Aufregung enorm. Ihr Vater, Sultan Baldric, völlig außer sich, setzte alle Hebel in Bewegung und mobilisierte in einer Panikaktion sämtliche verfügbare Stadtgardisten, um nach seiner Tochter suchen zu lassen. Sie machten die Familie des einfachen Mädchens ausfindig und ohne Rücksicht und Gnade zerstörten sie deren einfache Behausung. Dort war die Prinzessin nicht, doch dank des massiven Aufgebots wurde sie rasch gefunden und zurückgebracht.

Als sich der Tumult gelegt und vor allem der Sultan die Fassung wiedererlangt hatte, suchte er zerknirscht die im Chaos zurückgelassene Familie des Stadtmädchens auf. Sich seiner Überreaktion peinlich bewusst, sprach er verlegen: „Eigentlich sind alle Mädchen Schätze des Reiches und sollten wie Prinzessinnen behandelt werden." Er befahl den Hofbaumeistern den Wiederaufbau des Hauses, und nicht nur das: Er selbst stellte sich dem Mädchen als Lakai für einen Tag zu Diensten.

Diese Seite des strengen Sultans, der bisher als schroff und unnahbar gegolten hatte, bot nun ein fast komisch gegensätzliches Bild, und das Volk riss zwar so manchen Witz, doch insgesamt bescherte ihm sein Handeln große Sympathie. Diesem Herrscher musste man sich einfach nahe fühlen - das Image des Königshauses verbesserte sich mit einem Schlag. Der Sultan behielt daher auch in den Folgejahren seinen selbst eingeführten Brauch bei, und machte einem Mädchen aus dem Volk, das jeweils durch das Los bestimmt wurde, für einen Tag demütig seine Aufwartung.

Nach dem Tod Baldrics verbreitete sich der ausgefallene Brauch in etwas abgewandelter Form im Volk, zusammen mit dem Familienwappen des Königshauses der Thorne, der Pfirsichblüte. Zunächst in Ul'dah, dann auch in entfernten Gegenden erlangte der Tag Beliebtheit als eine Gelegenheit für Mädchen jeder Herkunft, sich etwas extravaganter und pompöser zu zeigen als sonst, und für die männliche Bevölkerung, den Damen ihrer Umgebung den Hof zu machen und sie in noble, erhabene Sphären zu erheben.

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